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Der Zauber von «Sakura»

Zehn Gründe, warum es sich lohnt, Japan während der Kirschblütenzeit zu besuchen. Und zwei, warum man in Bern bleiben sollte.

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Ein Märchen

Der Frühling ist für Europäer eine Art Neubeginn, und die kurze Blütezeit auch hierzulande wunderschön. Warum also um die halbe Welt fliegen, um etwas Ähnliches zu sehen? Es sind zehn Dinge, die Japan während Sakura, wie die Kirschblüte auf Japanisch heisst, so ver­zaubern:

Als Erstes ist die Blüte omnipräsent. In den Parks, entlang der Flüsse und ausserhalb der Städte in den Wäldern, überall blühen die Yoshino-Kirschbäume und lassen den Betrachter in ein weiss-rosarotes Märchen eintauchen.

Ein Märchen

Der Frühling ist für Europäer eine Art Neubeginn, und die kurze Blütezeit auch hierzulande wunderschön. Warum also um die halbe Welt fliegen, um etwas Ähnliches zu sehen? Es sind zehn Dinge, die Japan während Sakura, wie die Kirschblüte auf Japanisch heisst, so ver­zaubern:

Als Erstes ist die Blüte omnipräsent. In den Parks, entlang der Flüsse und ausserhalb der Städte in den Wäldern, überall blühen die Yoshino-Kirschbäume und lassen den Betrachter in ein weiss-rosarotes Märchen eintauchen.

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Überall

Zweitens kann man die Blütenpracht auch drinnen erleben, da die Restaurants und Izakayas, wie die preisgünstigeren Lokale genannt werden, jeweils mit den Blüten geschmückt werden. Teilweise verschwindet der ganze Raum unter einer Decke von künstlichen Kirschblüten. Gerade weil diese so inflationär eingesetzt werden, herrscht ein wunderbares Ambiente.

Überall

Zweitens kann man die Blütenpracht auch drinnen erleben, da die Restaurants und Izakayas, wie die preisgünstigeren Lokale genannt werden, jeweils mit den Blüten geschmückt werden. Teilweise verschwindet der ganze Raum unter einer Decke von künstlichen Kirschblüten. Gerade weil diese so inflationär eingesetzt werden, herrscht ein wunderbares Ambiente.

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Blaue Plane

Der dritte Grund, warum man in dieser Zeit das Land der aufgehenden Sonne besuchen sollte, ist, weil «Hanami» – zu deutsch Blütenschau – von Japanern ausgiebig gefeiert wird: Man schnappt sich eine Plastikplane, seine Freunde, Sake, Biru (Bier) und setzt sich unter die Bäume. «Hanami ist für uns die wichtigste Zeit des Jahres», sagt Keigo Yamazaki, der in Tokio lebt. «In dieser Zeit starten wir häufig neue Jobs, und auch das Schuljahr fängt dann an.»

Blaue Plane

Der dritte Grund, warum man in dieser Zeit das Land der aufgehenden Sonne besuchen sollte, ist, weil «Hanami» – zu deutsch Blütenschau – von Japanern ausgiebig gefeiert wird: Man schnappt sich eine Plastikplane, seine Freunde, Sake, Biru (Bier) und setzt sich unter die Bäume. «Hanami ist für uns die wichtigste Zeit des Jahres», sagt Keigo Yamazaki, der in Tokio lebt. «In dieser Zeit starten wir häufig neue Jobs, und auch das Schuljahr fängt dann an.»

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Yozakura

Viertens kann man den Brauch auch abends feiern: Während der 30-jährige Yamazaki am Wochenende eher mit Familie und Freunden «Hanami» macht, geht er abends nach der Arbeit mit seinen Betriebskollegen in die Parks. «Wir reden, trinken und essen», erklärt Yamazaki weiter. «Yozakura» nennt sich die abendliche Blütenschau, wenn die Bäume beleuchtet werden und die Blüten in einem anderen Licht erstrahlen.

Yozakura

Viertens kann man den Brauch auch abends feiern: Während der 30-jährige Yamazaki am Wochenende eher mit Familie und Freunden «Hanami» macht, geht er abends nach der Arbeit mit seinen Betriebskollegen in die Parks. «Wir reden, trinken und essen», erklärt Yamazaki weiter. «Yozakura» nennt sich die abendliche Blütenschau, wenn die Bäume beleuchtet werden und die Blüten in einem anderen Licht erstrahlen.

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Wie im Marzili

Fünftens kann man ein Volksfest beobachten: Man findet kaum Platz in den Parks, eine Plane grenzt an die nächste und die Wiesen sind so bevölkert, wie das Marzili in den Sommerferien. Wie es sich im Land der aufgehenden Sonne gehört, werden die Schuhe an den Rändern der Planen abgelegt. «Oft muss einer der Jüngeren einer Gruppe früher hin, um einen Platz freizuhalten», sagt Yamazaki und lacht. Manche würden sogar dort übernachten, so wichtig sei es.

Wie im Marzili

Fünftens kann man ein Volksfest beobachten: Man findet kaum Platz in den Parks, eine Plane grenzt an die nächste und die Wiesen sind so bevölkert, wie das Marzili in den Sommerferien. Wie es sich im Land der aufgehenden Sonne gehört, werden die Schuhe an den Rändern der Planen abgelegt. «Oft muss einer der Jüngeren einer Gruppe früher hin, um einen Platz freizuhalten», sagt Yamazaki und lacht. Manche würden sogar dort übernachten, so wichtig sei es.

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Grüntee und Mochi

Das Essen und Trinken ist der sechste Grund: Sakuramochi, eine rosarote Süssigkeit – passend zu den Blütenfarbe. Es ist Klebreis gefüllt mit roter Bohnenpaste und dekoriert mit einem echten Yoshinoblatt. «Man kann sie nur im Frühling kaufen», sagt Yamazaki. Auch ein spezielles Getränk gibt es: Maccha, einen Grüntee. «Wir trinken aber nur wenig davon, weil wir lieber Bier mögen», gibt Yamazaki zu.

Grüntee und Mochi

Das Essen und Trinken ist der sechste Grund: Sakuramochi, eine rosarote Süssigkeit – passend zu den Blütenfarbe. Es ist Klebreis gefüllt mit roter Bohnenpaste und dekoriert mit einem echten Yoshinoblatt. «Man kann sie nur im Frühling kaufen», sagt Yamazaki. Auch ein spezielles Getränk gibt es: Maccha, einen Grüntee. «Wir trinken aber nur wenig davon, weil wir lieber Bier mögen», gibt Yamazaki zu.

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Die Blüte reist

Siebtens kann man mit der Kirschblüte mitreisen: Während die Bäume weiter im Süden die Blüten schon abgeworfen haben, kann man weiter im Norden dies auch später erleben. Das Spektakel startet in Kyushu im Süden der Insel Ende März, endet in Hokkaido im Norden Anfangs Mai und dauert nur rund eine Woche. «Gerade weil es so kurz ist, lieben wir es. Wir nennen das Kurzlebige auch hakanai», erklärt Yamazaki. Die Wettervorhersagen halten auf dem Laufenden, in welcher Region sich die Blüten öffnen und wo sie in voller Pracht zu sehen sind. Abhängig ist die Blütezeit allerdings vom Wetter, letztes Jahr blühten die Bäume im Schnitt eine Woche früher.

Die Blüte reist

Siebtens kann man mit der Kirschblüte mitreisen: Während die Bäume weiter im Süden die Blüten schon abgeworfen haben, kann man weiter im Norden dies auch später erleben. Das Spektakel startet in Kyushu im Süden der Insel Ende März, endet in Hokkaido im Norden Anfangs Mai und dauert nur rund eine Woche. «Gerade weil es so kurz ist, lieben wir es. Wir nennen das Kurzlebige auch hakanai», erklärt Yamazaki. Die Wettervorhersagen halten auf dem Laufenden, in welcher Region sich die Blüten öffnen und wo sie in voller Pracht zu sehen sind. Abhängig ist die Blütezeit allerdings vom Wetter, letztes Jahr blühten die Bäume im Schnitt eine Woche früher.

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Kombination

Achtens sind auch Einheimische in Ferienlaune: Zwar erfordert das von allen etwas Organisation, wie Hotels vorausbuchen. Dafür ist es einfach, Japaner kennenzulernen, weil sie in der Hanami-Zeit entspannter sind. «An den Wochenenden reisen viele aus Tokio nach Kyoto, um dort Hanami zu feiern», erklärt Yamazaki. Ein Grund, warum richtige Touristenströme nach Kyoto reisen, sei, weil «Sakura» Tempel und Schreine in einem anderen Blick erstrahlen lassen. «Wir lieben diese Kombination», so Yamazaki. Auch Nara, von Kyoto in einer halben Stunde zu erreichen, lockt mit dem Yoshinoyama, einem Hügel voller Kirschbäume.

Kombination

Achtens sind auch Einheimische in Ferienlaune: Zwar erfordert das von allen etwas Organisation, wie Hotels vorausbuchen. Dafür ist es einfach, Japaner kennenzulernen, weil sie in der Hanami-Zeit entspannter sind. «An den Wochenenden reisen viele aus Tokio nach Kyoto, um dort Hanami zu feiern», erklärt Yamazaki. Ein Grund, warum richtige Touristenströme nach Kyoto reisen, sei, weil «Sakura» Tempel und Schreine in einem anderen Blick erstrahlen lassen. «Wir lieben diese Kombination», so Yamazaki. Auch Nara, von Kyoto in einer halben Stunde zu erreichen, lockt mit dem Yoshinoyama, einem Hügel voller Kirschbäume.

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Frühling

Neuntens sind in dieser Zeit die Temperaturen perfekt: Wer im Hochsommer mal in Japan war, weiss, dass dies eine schlechte Idee ist. Sehenswürdigkeiten bei 30 Grad abzuklappern, macht keinen Spass. Temperaturmässig ist auch der Winter ein schlechter Zeitpunkt, der ähnlich kalt wie ein Schweizer Winter sein kann, besonders im Norden von Japan.

Frühling

Neuntens sind in dieser Zeit die Temperaturen perfekt: Wer im Hochsommer mal in Japan war, weiss, dass dies eine schlechte Idee ist. Sehenswürdigkeiten bei 30 Grad abzuklappern, macht keinen Spass. Temperaturmässig ist auch der Winter ein schlechter Zeitpunkt, der ähnlich kalt wie ein Schweizer Winter sein kann, besonders im Norden von Japan.

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Schwanenpedalos

Zehntens hat man mit «Sakura» Grund genug, so viele Parks in Tokio zu besuchen, weil jeder anders ist: Romantiker gehen in den Mitakapark, wo es einen See gibt und man die Blüten auf einem Schwanenpedalo bestaunen kann. Foodistas gehen in den Chidorigafuchi Park, wo viele Stände Essen verkaufen. Wer eine Teezeremonie sehen möchte, besucht den Park Hama Rikyu. Yamazakis Lieblingspark ist der Shinjyuku Park, weil er einer grössten Parks von Tokio ist. Und gibt zu: «Wenn ich ehrlich bin, geht es bei Hanami nicht in erstern Linie ums Betrachten der Blüten, sondern ums Beieinandersein, ums Essen und Trinken.»

Schwanenpedalos

Zehntens hat man mit «Sakura» Grund genug, so viele Parks in Tokio zu besuchen, weil jeder anders ist: Romantiker gehen in den Mitakapark, wo es einen See gibt und man die Blüten auf einem Schwanenpedalo bestaunen kann. Foodistas gehen in den Chidorigafuchi Park, wo viele Stände Essen verkaufen. Wer eine Teezeremonie sehen möchte, besucht den Park Hama Rikyu. Yamazakis Lieblingspark ist der Shinjyuku Park, weil er einer grössten Parks von Tokio ist. Und gibt zu: «Wenn ich ehrlich bin, geht es bei Hanami nicht in erstern Linie ums Betrachten der Blüten, sondern ums Beieinandersein, ums Essen und Trinken.»

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Berner Hanami

Um Sakura, die japanische Kirschblüte, zu erleben, müssen Berner nicht in die Ferne schweifen: Auch in Bern gibt es 100 japanische Kirschbäume, die ein Japaner, der ein grosser Fan der Stadt Bern war, 1973 der Stadt schenkte. 60 Stück wurden beim Aargauerstalden gepflanzt, der Rest auf übrigem Stadtgebiet. Mit den Jahren mussten acht gefällt werden. Sechs wurden wieder ersetzt und zwei werden dieses Jahr gepflanzt, wie Stadtgrün auf Anfrage schreibt.

Berner Hanami

Um Sakura, die japanische Kirschblüte, zu erleben, müssen Berner nicht in die Ferne schweifen: Auch in Bern gibt es 100 japanische Kirschbäume, die ein Japaner, der ein grosser Fan der Stadt Bern war, 1973 der Stadt schenkte. 60 Stück wurden beim Aargauerstalden gepflanzt, der Rest auf übrigem Stadtgebiet. Mit den Jahren mussten acht gefällt werden. Sechs wurden wieder ersetzt und zwei werden dieses Jahr gepflanzt, wie Stadtgrün auf Anfrage schreibt.

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Zeremonie

Wer eine Teezeremonie erleben möchte, besucht diese im Hotel Schweizerhof am Bahnhof Bern, die am 19. März stattfindet. Auch der Länggasstee bietet im 1. Stock im Teeraum Zeremonien an: Entweder ein erster Einblick für eine halbe Stunde (15 Franken) oder zwei Stunden an jeden ersten Samstag im Monat (65 Franken). Jederzeit kann im Teeraum ein Maccha in originaler Zubereitung betrunken werden. Gruppenreservationen werden ebenfalls angenommen, man kann sich hier sogar ausbilden lassen oder eine Teereise nach Japan mitmachen.

Zeremonie

Wer eine Teezeremonie erleben möchte, besucht diese im Hotel Schweizerhof am Bahnhof Bern, die am 19. März stattfindet. Auch der Länggasstee bietet im 1. Stock im Teeraum Zeremonien an: Entweder ein erster Einblick für eine halbe Stunde (15 Franken) oder zwei Stunden an jeden ersten Samstag im Monat (65 Franken). Jederzeit kann im Teeraum ein Maccha in originaler Zubereitung betrunken werden. Gruppenreservationen werden ebenfalls angenommen, man kann sich hier sogar ausbilden lassen oder eine Teereise nach Japan mitmachen.

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Impressum
Bilder: Keystone, Claudia Salzmann
Text: Claudia Salzmann

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Bilder: Keystone, Claudia Salzmann
Text: Claudia Salzmann